Fütterung

Fütterung

Auf der Île d’Ouessant, der kargen Atlantikinsel, von der diese Schafe stammen, bietet sich den Tieren nur ein geringes Futterangebot. Aufgrund dieser Tatsache sind Ouessantschafe überaus robust und genügsam und als Halter muss man stets darauf achten, es bei der Fütterung nicht zu gut zu meinen. Die kleinen Schafe verfetten schnell, wenn sie hochwertiges Kraftfutter zugefüttert bekommen.

Die besondere Anatomie der Schafe ist der Grund dafür, dass Gräser und Kräuter das wichtigste Nahrungsmittel sind. Als Wiederkäuer besitzen sie ein spezielles Verdauungssystem, das den Schafen eine besonders gute Weiterverarbeitung des Grünfutters ermöglicht. Nach der Aufnahme wird das Futter im Pansen von verschiedenen Mikroorganismen so lange zerkleinert, bis es schließlich über den Netzmagen und die Speiseröhre zurück in das Maul des Schafes wandert. Hier wird der Nahrungsbrei weiter durchgekaut und mit Speichel vermischt. Am Ende der Verdauungskette steht der Labmagen.

Im Sommer ist Gras als Futterquelle in der Regel mehr als ausreichend vorhanden. Was aber tun die Halter, die im Herbst und im Winter keine ausreichenden Möglichkeiten haben, ihre Schafe mit frischem Grün zu versorgen? In diesen Fällen muss den Tieren genügend hochwertiges Heu zur Verfügung gestellt werden, so dass sie ihren Nährstoffbedarf decken können.

Beim ersten Weidegang im Frühjahr, wenn das junge Gras wächst und besonders eiweißhaltig ist, müssen Schafhalter besonders aufpassen. Der erhöhte Eiweißgehalt des frischen Grases kann bei Schafen Verdauungsprobleme, insbesondere Durchfall, auslösen. Wenn die Schafe im Winter überwiegend Heu gefressen haben, ist es ratsam, die Schafe zu Beginn des Frühjahrs nur kurz auf die Weide zu führen und die Weidezeiten allmählich zu steigern.

Mit Frischfutter wie etwa Zucker-, Futter-und Kohlrüben kann in den Wintermonaten die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen gewährleistet werden. Das eigentliche Hauptnahrungsmittel der Schafe in der kalten Jahreszeit ist allerdings Raufutter. Dabei sollte auf die Verwendung von qualitativ hochwertigem Heu geachtet werden.

Um Verunreinigungen durch Speichel vorzubeugen, sollte die Fütterung nur über Raufen auf Kopfhöhe der Schafe erfolgen. Halten Sie die Portionen klein. Abgestandenes Futter rühren Schafe schnell nicht mehr an. Die ergänzende Verfütterung von Kraftfutter auf Basis von Hafer, Mais, Gerste oder Hülsenfrüchten empfiehlt sich bei schlechter Qualität des Raufutters. Hier gilt allerdings dieselbe Thematik wie bei jungen Gräsern. Aufgrund des hohen Eiweißgehalts, sollte Kraftfutter nur in Maßen an die Schafe verfüttert werden. Ansonsten drohen Verdauungsproblem oder gar lebensgefährliche Krankheiten.

Damit die Stoffwechselprozesse der Schafe nicht ins Stocken geraten, muss eine regelmäßige Versorgung mit Mineralstoffen zwingend gewährleistet sein. Erreicht werden kann diese über spezielle Mineralstoffmischungen oder Lecksteine für Schafe. Wichtig zu beachten ist hier, dass Schafe unter Kupferunverträglichkeit leiden.

Schafe stellen sehr hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Die Tränke sollte also immer mit frischem Wasser gefüllt sein. Faktoren wie die Umgebungstemperatur, die Luftfeuchtigkeit und vor allem der Feuchtigkeitsgehalt des Futters bestimmen den Wasserbedarf der Schafe. Im Winter bei Trockenfütterung kann dieser schon mal gut und gerne bei sechs Litern pro Tag liegen.


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