Rassestandard

Rassestandard

Erweiterter Rassestandard Ouessantbock-Schaf festgelegt durch die Mitgliederversammlung der G.E.M.O. (Groupement des Éleveurs de Moutons d’ Ouessant) in der Fassung der IGOU (Interessensgemeinschaft Ouessantschaf e.V) vom 8./9.2.2003

Kopf: fein und regelmäßig, Böcke mit Hörnern, Mutterschafe hornlos, die Nase und die Stirn in einer Linie. Leichter Ramskopf beim Bock.
Augen: mit Glanz, lebhafter Blick, Augenhöcker hervorstehend.
Ohren: fein, klein, kurz, beweglich, leicht aufgerichtet.
Hörner: dunkel für die schwarzen und braunen Tiere, hell für die weißen, dreieckiger Teil, stark, gerollt mit einer einzigen Windung und gutem Abstand vom Kopf.
Hals: rund, ohne Wamme, Krawatte bei den Böcken.
Rumpf: Widerrist nicht hervorstehend, tiefe Brust.
Rücken: gerade Oberlinie, vom Widerrist bis zum Schwanzansatz.
Schwanz: kurz, Ende über Sprunggelenk, oben bewollt, unten mit Stichelhaaren.
Becken: groß
Gliedmaßen: fein, von mittlerer Länge, gut proportioniert, gerade Stellung.
Maximale Höhe am Widerrist: Bock: 49 cm / Weibliche Schafe: 46 cm
Bei weißen Schafen: rote Stellen an Hals, Schwanz und Füßen. Diese Markierungen werden mit dem Alter schwächer.

Der Normalfall für die Rasse sind Einlingsgeburten, Zwillingsgeburten sind sehr selten und werden nicht angestrebt!

  

Haltung

Ouessantschafe können auch auf kleineren Wiesen gehalten werden. Die Wiese sollte frei von Giftpflanzen und ausbruchsicher eingezäunt sein. Die Tiere sind robust und anspruchslos. Trotzdem müssen sie gepflegt werden. Man sollte sie täglich beobachten, damit rechtzeitig auffällt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Für den Schutz vor Wettereinflüssen und ggf. um sie einzufangen, sollte man für die Tiere einen mind. an drei Seiten geschlossenen Stall zur Verfügung stellen. Sie benötigen täglich frisches Wasser, Minerallecksteine  und  immer Heu zur freien Verfügung. Einmal jährlich müssen die Schafe geschoren werden und nach Bedarf Klauenpflege und Parasitenbehandlung.

Farben

Die ursprüngliche Farbe des Ouessantschafes ist nach heutiger Erkenntnis schwarz. In Frankreich sind schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts graue Tiere bekannt, hierbei handelt es sich um eine Variante von Schwarz, die Tiere können vermutlich nicht genügend Farbstoff für eine dunkle Wollfärbung bilden. Weiß vererbt sich dominant und ist vermutlich durch Einkreuzungen von bretonischen Landschafen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Weiße Tiere haben oftmals eine rötliche Färbung, die besonders stark im Nacken, der Schwanzwurzel und den Beinen hervortritt. Braune Tiere sind in der Bretagne unbekannt, erfreuen sich in Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden großer Beliebtheit. Braun vererbt sich rezessiv. Der Farbschlag Schimmel ist in den 1970er Jahren  vermutlich durch Einkreuzung von Romanov und Finnschaf entstanden. In Deutschland werden graue Tiere auch als Schimmel bezeichnet, obgleich sich schimmel dominant und grau rezessiv vererbt und beide Farben genetisch eine völlig unterschiedliche Herkunft haben.


Zurück