Haltung

Haltung

Schafe sind Bewegungs- und Herdentiere und brauchen daher Platz und Artgenossen, um sich wohl zu fühlen. Die Haltung auf einer weitläufigen Weide, wo sie ihr Futter suchen und ihrem Bewegungsbedürfnis nachkommen können, entspricht ihren artgemäßen Ansprüchen. Ouessantschafe sind recht genügsam und können als Wiederkäuer auch karges Futter noch gut verwerten. Allerdings muss der Nährstoffbedarf mit der Futtermenge ausreichend gedeckt sein. Je nach Qualität der Weide rechnet man etwa mit zngefähr 500m² pro Ouessantschaf.

Die meisten Halter haben eine feste Weide, die so genannte Standweide. Dort steht den Schafen die gesamte Weidefläche zur Verfügung. Man benötigt nur eine Einzäunung, und der Unterstand oder Stall ist jederzeit erreichbar. Allerdings hat diese Form der Beweidung auch Nachteile. So wird die Weide großflächig durch Kot verunreinigt und Endoparasiten haben leichtes Spiel. Auch wird viel Futter zertrampelt, weil die Tiere selektiv fressen und sich zuerst die schmackhafteren Gräser und Kräuter aussuchen. Zudem ist eine Pflege der Weidefläche oder die Gewinnung von eigenem Heu so nicht möglich.

Einige Ouessanthalter haben die Möglichkeit, ihre Tiere regelmäßig umzutreiben und so die Flächen zu wechseln. Umtriebsweiden ermöglichen zum einen die Gewinnung von Trockenfutter für die vegetationsarmen Jahreszeiten, zum anderen sterben die Eier und Larven von Endoparasiten durch Sonne und Wärme ab, bevor wieder Schafe auf dem Teilstück weiden. Mit einer stabilen Außenumzäunung und flexiblen Innenzäunen wird den Tieren immer nur ein kleiner Teil der Weide zum Abgrasen zur Verfügung gestellt. Optimal ist eine Fläche, die in maximal einer Woche abgegrast werden kann. So vermeidet man auch das selektive Fressen bevorzugter Gräser und Kräuter und das jeweilige Teilstück wird bestmöglich genutzt. Im Frühjahr und Sommer, wenn das Futter schnell nachwächst, werden die Schafe schneller umgetrieben als im Herbst, wenn die Erde längere Ruhephasen zum Nachwachsen des Futters benötigt. Für die Heugewinnung lässt man im Mai/Juni einen Teil der Wiese gar nicht beweiden. Allerdings ist diese Art der Beweidung arbeitsintensiv, da die Schafe regelmäßig umgetrieben und die Innenzäune entsprechend umgesteckt werden müssen.

Ouessantschafe eignen sich für eine ganzjährige Weidehaltung, es sollte ihnen aber permanent, das heißt im Sommer wie im Winter, ein witterungsfester Unterstand oder andere Möglichkeiten für Schatten und Windschutz zur Verfügung stehen. Ein Unterstand muss entsprechend der Tierzahl ausreichend groß und sollte dreiseitig geschlossen sein. Bleibt eine Längsseite – möglichst die wetterabgewandte Seite – offen, so haben alle Tiere ständig freien Zugang. Sind alle vier Seiten geschlossen, müssen mindestens zwei Durchlässe vorhanden sein, damit auch rangniederen Tieren der Zutritt nicht verwehrt wird.

Ein trockener, festgestampfter Boden mit einer dicken Stroheinstreu bietet ausreichend Schutz gegen Kälte und Nässe. Ein an der Zugangsseite überstehendes Dach schützt den Eingangsbereich ebenfalls vor Nässe. Zusätzlich hält eine dicke Schicht Rindenmulch den Stallvorplatz trocken. Stehen die Tiere oft und lange auf nassem Untergrund, entwickelt sich leicht die Moderhinke.

Futterraufen mit darunter angebrachten Trögen zum Auffangen heruntergefallenen Raufutters und zur eventuellen Kraftfuttergabe werden zweckmäßig an der hinteren Längswand angebracht. Pro Tier sollte genügend Platz zur Verfügung stehen, um Rangeleien am Futter zu vermeiden. Ständiger Zugang zu frischem Trinkwasser ist immer zu gewährleisten. Es ist sinnvoll, im Stall oder an anderer Stelle einen separaten oder leicht abtrennbaren Raum zu haben, der für kranke Tiere oder als Ablammbox genutzt werden kann. Es ist außerdem zu bedenken, dass für den Winter Futter trocken eingelagert werden muss, so dass hier ebenfalls noch Platz benötigt wird.


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